Schmiedehandwerk: viele wunderbare Dinge aus einfachem Eisenerz

Kunsthandwerk

Das Schmieden gehört zu den traditionellen Handwerken, bei dem Metallerzeugnisse unter Hitze durch Schlagen und Pressen geformt werden. Schmiede arbeiten zumeist mit Eisen und Stahl, doch mitunter fertigen sie auch Erzeugnisse aus anderen Metallen, wie Kupfer, Bronze oder Messing.

Schmiede waren überall und zu allen Zeiten angesehene Handwerker

In vielen Religionen der Welt war der einzige „arbeitende“ Gott ein Schmied. So bei den antiken Griechen Hephaistos, bei den Römern Vulcanus oder Swarog in den Religionen der Slawen.

Der Beginn der Schmiedekunst ist älter als die Technologie der Verhüttung aus Eisenerz. Wobei das eigentliche Metallzeitalter erst mit dem Erfinden der thermischen Bearbeitung begann. Die ältesten Erzeugnisse aus Eisen sind etwa 4000 Jahre alt.

Schmiede waren in allen Ländern geachtete Leute, bei manchen Völkern galten sie auch als Zauberer. Denn nach dem Verständnis der einfachen Leute schufen sie praktisch aus Nichts, dem Eisenerz, einem dreckigen, grauen Stück Stein, viele wunderbare Dinge. Zunächst wurden Werkzeuge und Waffen hergestellt, später auch Schmuck, Haushaltsgegenstände und Ackergerät.

Die frühesten Erzeugnisse waren meist künstlerisch gestaltet (mit Ornamenten, Reliefs, mit Gold oder Silberplatten belegt), bei späteren überwog die funktionelle Gestaltung. Im 16. Jh. kamen mechanische Hammerwerke, die über Wassermühlen angetrieben wurden, auf und immer mehr Details an Gebäuden wurden geschmiedet (Lampen, Tore, Zäune).

In Litauen waren die ersten Erzeugnisse importiert

Die ersten Schmiedeerzeugnisse aus Litauen stammen aus dem 5. Jh. v. Chr. Das waren zunächst importierte Waren, später solche, die von einheimischen Handwerkern gefertigt wurden. Zuerst verbreitete sich Schmuck mit Spiralen (Schläfenschmuck, Armreifen, Anstecknadeln), der aus Messingdraht hergestellt wurde, später wurde massiverer Schmuck hergestellt, Waffen (Speerspitzen, Äxte, Messer), Teile für landwirtschaftliches Gerät (Pflugschar), Werkzeug.

Der Bau der Schmiede und besonders das Einrichten war eine teure Angelegenheit. Deswegen konnten gerade erst fertig ausgebildete junge Handwerker sich keine eigene Schmiede einrichten. Sie arbeiteten daher eine Zeit bei Schmiedemeistern, auf Gütern oder bei Bauern. Ab dem 14. Jh. gab es Schmieden in den Städten und Gütern, später auch in kleineren Städtchen und Dörfern. Eine der wichtigsten Arbeiten des Schmieds war die des Hufschmieds, das Beschlagen der Hufe der Pferde, die für diese Arbeit erforderlichen Werkzeuge hatten die Schmiede dann oft bei sich. Es gab auch weitere spezialisierte Schmiede, deren Funktion aus dem Namen ersichtlich ist: Kupferschmied, Goldschmied, Waffenschmied.

Das Handwerk ist auch heute lebendig

Ab den 70er Jahren des 20. Jh. erlebt das Schmiedehandwerk eine gewisse Renaissance indem Tage des Schmiedehandwerks veranstaltete werden, aus denen dann Folklorefestivals hervorgingen oder die Bestandteil von Volksfesten sind. In Klaipėda gibt es ein Museum für dieses Handwerk, gegründet 1979. Ab Ende des 20. Jh. nahm auch das Handwerk des Kunstschmieds einen beachtlichen Aufschwung. Derzeit gibt es in Litauen 31 zertifizierte Schmiede.

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