Juwelierhandwerk: ein besonderes Handwerk für geduldige, sorgfältige und schöpferische Leute

Schmuck

Die verschiedensten Juweliererzeugnisse sind ein unabdingbarer Teil der Bekleidung und der Wunsch, sich zu schmücken, ist so alt wie die Welt. Schon immer war es der Wunsch der Frauen und sogar der Männer, sich von anderen abzuheben, zu gefallen, auf sich aufmerksam zu machen oder seinen Status zu demonstrieren.

Nicht nur Schmuck

Juwelierarbeiten hatte zu allen Zeiten eine Funktion als Schmuck, sie trugen aber auch soziale und symbolische Bedeutung. Prunkvolle Ringe, Ketten, Broschen und andere Erzeugnisse aus Edel- und Buntmetallen und deren Legierungen, versehen mit Edel- oder Halbedelsteinen. Zudem kamen vielfach Elfenbein, Perlen, Bernstein und weitere Materialien zur Verwendung.

Schmuck mit Edelsteinen war extrem teuer, weswegen Träger solchen Schmucks damit klar zeigten, dass sie zur Oberschicht gehörten. Im Verlauf der Zeit veränderte sich die Situation in der Gesellschaft und Schmuck wurde unabhängig von der Herkunft für alle zugänglich.

Zu allen Zeiten hatten Juwelierarbeiten auch eine magische Bedeutung. Schmuck und Amulette, die dem Träger magische Kräfte verleihen sollten, schützen vor dem bösen Blick. Daran hat sich bis heute nicht viel verändert. Juweliere verknüpfen dies auch heute noch mit Magie, erzählen von der Bedeutung und Wirkung der Edelsteine und helfen bei der Herstellung eines persönlichen Amuletts.

Der älteste Schmuck war aus Bronze und Bernstein

Der früheste in Litauen gefundene Schmuck sind Anhänger aus Bernstein aus der Jungsteinzeit und bearbeitete Zähne von erjagten Tieren. Um 2000 vor Christus gab es bereits importierte Schmucksachen aus Metall und vor Ort hergestellte Erzeugnisse aus Bronze und Messing. Im 1. Jahrtausend vor Christus kamen Spiralen als Schläfenschmuck auf, Anstecknadeln, Anhänger und Armringe. Ab Beginn unserer Zeitrechnung wurde verschiedenartiger Schmuck für Frauen hergestellt: Schläfenschmuck, Kopfschmuck, Kopfbedeckungen, verschiedenartige Armreifen, Ketten, zweiteilige Broschen, Nadeln, Ringe. Männer trugen Halsringe, Broschen, massive Armringe und Ringe.

Aus glatt geriebenen, geschnitzten und mit Ornamenten verzierten Bernsteinstücken wurden Anhänger gefertigt und aus Röhren oder perlenförmigen Stücken wurden Ketten angefertigt. Heutige Juweliere halten sich an diese Traditionen und fertigen Bernsteinketten, wobei der Bernstein sorgfältig nach Farbe und Qualität sortiert wird – solcher Bernsteinschmuck ist bis heute ein wichtiger Bestandteil der Trachten. Bernstein wird oft auch mit Glas, Emaille, Messing und Silber kombiniert.

Messing, dessen Verwendung noch vor Christus zurückreicht, wird bis heute verwendet. Schmuck aus Messing wurde gegossen und geschmiedet. Als erster einheimischer Messingschmuck gelten Anstecknadeln mit Spiralkopf, solche wurden oft auch am Saum der Frauenschürzen festgenäht.

In Litauen wurde auch Schmuck aus Silber und Gold angefertigt, was jedoch wegen des hohen Preises dieser Materialien nicht weit verbreitet war. Der erste Silberschmuck kam aus dem Römischen Reich und erst ab dem 3. Jh. wurde Silberschmuck auch in Litauen gefertigt. Ab dem 8., 9. Jh. wurde Schmuck auch versilbert, mit Silber beschlagen. In der Goldschmiedezunft in Vilnius wurden im 15. Jh. nicht nur Schmuckstücke hergestellt, sondern auch liturgische Gefäße, Verzierungen für Bücher, Gemälde und Möbel.

In der Verzierung von Juwelierarbeiten dominierten vor Allem geometrische Motive (Punkte, Kreuze, Rhomben, stilisierte Bäume, Kreise, Hakenkreuze, Spiralen, Dreiecke, Symbole für Sonne und Mond).

Die Fähigkeiten und Kreativität müssen entfaltet werden

Bei der Herstellung von Schmuck kommen verschiedene Techniken des Kunsthandwerks zur Anwendung: Schmieden, Gießen, Schnitzen. Heute arbeiten in Litauen über 20 zertifizierte Juweliere. Dieses Handwerk ist ein besonderes, nicht jeder kann sich damit befassen. Um als Juwelier zu arbeiten, bedarf es Fleiß, Kreativität, Nachdruck und viel Geduld, damit die in Handarbeit gefertigten Schmuckstücke hochwertig und originell werden.

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