Instrumentenbauer: Musiker, die zu Handwerkern wurden

Holzhandwerk

Das älteste Musikinstrument ist die menschliche Stimme. Als diese nicht mehr reichte, begann man Musikinstrumente zu bauen.

Musikinstrumente reichen bis in die Urzeit zurück

Historiker sind der Auffassung, dass die ersten Musikinstrumente noch in der Urzeit zusammen mit dem ersten Werkzeug entstanden. In den Mythen der verschiedenen Zivilisationen finden man verschiedene Musikinstrumente erwähnt.

In Ur, einer Stadt der Sumerer, wurden im 20. Jh. Musikinstrumente bei archäologischen Grabungen gefunden, darunter Lyra, Harfe, Flöte, Sistrum und Zither. Das Herstellungsdatum dieser Instrumente dürfte um 2600-2500 v. Chr. gelegen haben.

Als älteste Musikinstrumente gelten Perkussionsinstrumente. Zunächst waren das Steine, Stöcke und Knochen, mit denen man den Rhythmus schlug. Etwa 9000 vor Christus fingen die Menschen an, Trommeln zu bauen. Das waren hohle, etwa zylinderförmige Strukturen aus Holz oder Ton, die mit Tierfell bespannt wurden. Als Urform des Saiteninstruments gilt der Bogen, der nicht nur als Waffe, sondern auch zum Musizieren verwendet wurde. Etwas später entstanden dann auch Flöten aus hohlen Stängeln, die mit einigen Löchern versehen wurden.

Die Verbreitung beschleunigte die Kontakte nach Europa

Die ältesten Instrumente, die auf früher ethnisch litauischem Gebiet gefunden wurden, datieren aus der Neusteinzeit und der Bronzezeit. Dabei handelt es sich um Pfeifen aus Knochen oder Keramik, Klappern aus Keramik, Peitschen und Maultrommeln. Auch Anhänger und Schmuck verursachen oft Töne.

Auf späteren Kunstwerken sind dann etwa im Zusammenhang mit der Jagd viele neuere Instrumente zu erkennen, wie Jagdhorn, Fiedel oder Laute. Besondere Bedeutung hatten auch rituelle Musikinstrumente im Zusammenhang mit Magie und Ahnenkult.

Die wichtigsten Volksmusikinstrumente der Litauer

Es gab viele traditionelle Blasinstrumente, die aus Rinde oder hohlen Röhren gefertigt wurden, darunter birbynė (ähnlich einer Klarinette, mit Blättchen), daudytė (langgestrecktes Horn), lamzdelis (ähnlich der Blockflöte), skudučiai (einzelne Längsflöten, ähnlich der Panflöte).

Von den Hirten wurden Holzglocken verwendet, die dem Vieh umgehängt wurden, um es anhand des dumpfen Geräusches bei Bewegung leichter zu finden.

Die traditionellen Zithern wurden aus Laubholz oder Fichte angefertigt. Heutzutage verwendet man Saiten aus Stahl, aber früher wurden dafür Tiersehnen verwendet. Dieses Instrument ist in vielen Variationen in der Ostseeregion typisch und bei allen Völkern anzutreffen.

Ein beliebtes Instrument in Litauen sind Tonpfeifen, die auch als Spielzeug Verwendung finden. Diese werden mit den verschiedensten Ornamenten geschmückt, oft mit Tierfiguren. Die ältesten gefundenen Tonpfeifen stammen aus dem 17. Jh..

Musikinstrumentenbau heute

Instrumente wurden von den Musikern selbst angefertigt und repariert, oft beherrschten diese auch weitere Handwerke, wie das des Schmieds oder Zimmermanns. Aus der Beschäftigung mit den eigenen Instrumenten erwuchs das Handwerk und die Anfertigung von Instrumenten für Andere.

Derzeit gibt es in Litauen 6 zertifizierte Instrumentenbauer, die sich überwiegend traditionellen litauischen Instrumenten der Volksmusik widmen: Zithern, Hackbretter, Längsflöten, Klarinetten und Maultrommeln.

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