Ziegelmacher: 20 Mio. Jahre alter Ton für Ziegel

Kunsthandwerk Handwerk

Ziegeleien wurden meistens dort errichtet, wo Gebäude aus Ziegelwerk errichtet wurden und sie waren in Betrieb solange gebaut wurde.

Das Brennen der Ziegel erlernte man im Verlauf der Zeit

Die ersten Ziegelbauten wurden vermutlich aus ungebrannten Lehmziegeln errichtet. Dieser Typ war auch in den mittelamerikanischen Zivilisationen verbreitet. Hierfür nahm man lehmigen Boden, weichte ihn ein, vermischte ihn mit Zugaben in Form von Stroh oder Spänen und trocknete die Ziegel in der Sonne. Der einzige Mangel solcher Ziegel war die Empfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit. Daher wurden solche Ziegel später durch gebrannte Ziegel ersetzt, die auch für feuchtes Klima geeignet sind.

Im Osten wurden Häuser schon im 7. und 6. Jahrtausend vor Christus aus ungebrannten Ziegeln gebaut. Im alten Ägypten und antiken Griechenland wurden Ziegel schon ab dem 3.-2. Jahrtausend vor Chr. gebrannt. Mit der Herstellung von Silikatziegeln begann man erst ab Mitte des 19. Jh. in Deutschland.

Eine der größten Kachelsammlungen in Europa

Die frühesten Quellen zur Herstellung von Ziegeln in Litauen geben das 13. Jahrhundert als Beginn an. Zu diesem Zeitpunkt wurden die ersten Ziegeleien gegründet. Mehr Ziegeleien entstanden jedoch ab dem 14. Jh. als man Fachleute aus Westeuropa dafür holte. Ziegeleien wurden meistens dort errichtet, wo man mit Ziegeln baute und sie wurden solange genutzt, wie der Bauvorgang anhielt. Als eine der ältesten Ziegeleien in Litauen gilt die in Rokai, wo seit 1603 Ziegel und Dachziegel hergestellt werden.

Die Ziegelmacher in Litauen fertigten auch Kacheln. Kachelofen kennt man seit Ende des 14. Jh. Kacheln werden bei archäologischen Ausgrabungen gefunden, so in den Burgen von Trakai, Birzai, entlang des Nemunas sowie in den Altstädten von Vilnius, Kaunas und Klaipeda. Aus der Unterburg in Vilnius wurde eine ganze Sammlung von Ofenkacheln vom Ende des 14. Jh. bis zum Beginn des 18. Jh. ausgegraben. Das ist nun eine der größten Kachelsammlungen in Europa.

Bis zum 19. Jh. waren die Ziegeleien in Litauen nur saisonal tätig, erst später gelang der ganzjährige Betrieb. Ab der Mitte des 19. Jh. begann die mechanisierte Arbeit in Ziegeleien. Heute werden Ziegel aus einheimischen Rohstoffen hergestellt: Sand, ungelöschter Kalk, Keramik, Beton, ebenso aus Natursteinen und anderen Rohstoffen.

Produktion bis zu anderthalb Monate

Die industrielle Herstellung von Ziegeln ist schneller und leichter, doch lang haltbare Ziegel fertigt man besser auf altertümliche, manuelle Weise. Für solche Ziegel verwendet man Tonablagerungen, die 20 Millionen Jahre in den Tiefen der Erde verbracht haben.

Die Herstellung von Ziegeln auf altertümliche Weise dauert bis zu anderthalb Monate. Der Ton wird in große unter freiem Himmel stehende Bottiche geschüttet und mit Wasser aufgegossen. Mit den Füßen wird die Masse getreten bis sie homogen wird. In Holzformen werden die Rohziegel gestrichen und an der freien Luft trocknen gelassen. Erst dann kommen die Ziegel in den Ofen, wo sie nach dem eigentlichen Brennen noch etwa 30 h bei 1000°C im Ofen belassen werden.

Schmücken Sie Ihren Ofen mit Kacheln

Heutzutage werden von einzelnen Handwerkern und Keramikern meist Ofenkacheln hergestellt. Das sind Elemente, die dazu bestimmt sind, Wände, Kanten und Oberflächen von Kachelöfen und Kaminen zu bauen und zu verzieren. Kacheln können von verschiedenster Form sein, mit oder ohne Glasur, Relief, Bemalungen oder Ornamenten. Sie werden entweder komplett von Hand angefertigt oder aus weichem, plastischen Ton mit Pressen geformt, trocknen gelassen und bei 900–1000°C 2 Mal gebrannt.

In Litauen gibt es 7 zertifizierte Ziegelmacher, von denen 6 Kacheln und nur einer auch Mauerziegel auf altertümliche Weise herstellt.

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