Löffelschnitzer: für Suppe und Brei

Holzhandwerk

Wir alle kennen die Frage „Wo ist mein großer Löffel?“, aber nicht alle kennen wir die Geschichte der Entstehung und Entwicklung des Löffels.

Eines der ältesten Esswerkzeuge der Welt

Der Löffel ist eines der ältesten Esswerkzeuge und der genaue Zeitpunkt seiner Erfindung ist ungewiss. Man vermutet aber, dass er eines der am frühesten von der Menschheit benutzten Werkzeuge war. Verschiedene Kulturen hatten verschiedene Materialien und Herstellungstechniken. In der Steinzeit fertigte man Löffel aus Knochen, Stein, im alten Ägypten aus Holz, Stein aber auch aus Elfenbein. Löffel wurden im antiken Griechenland und Rom verwendet.

Im Mittelalter wurden Löffel aus Zinn gefertigt, wohlhabendere hatten silberne Löffel. In der Kirche wurden Löffel in der Liturgie verwendet. Im Laufe der Zeit wurden auch viele andere Metalle für Löffel verwendet: Kupfer, Bronze, Gold, Eisen, Aluminium

Im 18. Jahrhundert trugen viele Europäer ihre Esslöffel mit sich herum. Das war so ein persönliches Ding, wie heute das Portemonnaie oder Smartphone. Spätesten im 18. Jh. entstanden viele Löffel mit einer speziellen Funktion, wie Teelöffel, Dessertlöffel, Suppenlöffel.

Unersetzlicher Holzlöffel

Bis in die Zwischenkriegszeit dominierten im litauischen Haushalt Holzlöffel. Nicht jeder konnte sich Metalllöffel leisten oder sie selbst anfertigen. Die Holzlöffel wurden meistens selbst angefertigt und sie blieben bis in die Mitte des 20. Jh. unersetzlich.

Holzlöffel stellte man auf zweierlei Art her, aus trockenem oder aus frischem Holz. Meistens verwendete man Linde oder Ahorn. Das benötigte Werkzeug war einfach und umfasste Beil, Messer und Hakenmesser.

Für die trockene Fertigung wird Linde entsprechend abgelängt und in Rohlinge aufgespalten und ein Jahr lang zum Trocknen belassen. Nach der Trocknung wird die Rohform mit einer Handaxt behauen, die Löffelschale mit dem Hakenmesser ausgehöhlt und die Form mit einem Schnitzmesser verfeinert. Schließlich folgte die Politur bis keine Späne mehr abstehen.

Bei der Anfertigung aus frischem Holz wurde dieses erst 2 bis 3 Stunden in Salzwasser gekocht oder gedämpft. Wenn man sonst einen Löffel sofort aus frischem Holz anfertigt, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er beim Trocknen rissig wird.

Löffelmacher in heutiger Zeit

Bei der Herstellung von Holzlöffeln war es wichtig diesen bequem und glatt zu fertigen. Anders al Holzgefäße, wurden Holzlöffel kaum geschmückt.

Ab dem Beginn des 20. Jh. werden Schmucklöffel hergestellt und ab Mitte des Jahrhunderts wurden auch in Litauen Löffel aus Metall, vor allem aus Edelstahl hergestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Mehrheit der Einwohner Litauens Löffel aus Metall zu benutzen.

Löffel, Kellen und Schöpflöffel stellen in Litauen 18 zertifizierte Löffelmacher her. Sie werden aus Holz geschnitzt oder aus Metalllegierungen hergestellt und haben meistens nur eine dekorative Funktion.

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